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Lüneburg als Wirtschaftsstandort: Was jetzt gebraucht wird

Was Lüneburg braucht – und was bisher fehlt

Lüneburg braucht eine aktive Standortpolitik, mehr Gewerbeflächen, gute Infrastruktur, verlässliche Energieversorgung, starke Forschung und gute Arbeit. Das klingt nach einer langen Liste. Ist es auch. Aber hinter jedem Punkt steckt eine konkrete Frage, die Menschen hier täglich betrifft.

Gewerbeflächen zum Beispiel: Wer ein Unternehmen ansiedeln will, braucht Platz. Wer Platz hat, schafft Arbeitsplätze. Wer Arbeitsplätze schafft, hält Fachkräfte in der Region, die sonst nach Hamburg oder Hannover pendeln oder irgendwann ganz wegziehen. Das ist kein abstraktes Wachstumsziel. Das ist die Frage, ob die Region als Lebensort attraktiv bleibt.

„Entscheidend ist, dass Wertschöpfung vor Ort bleibt und die Menschen in der Region konkret von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren."

Jakob Blankenburg und Philipp Meyn

Die Energiewende als Wirtschaftschance – nicht nur als Klimaprojekt

Die Energiewende ist nicht nur ein ökologisches Projekt, sondern auch eine wirtschaftliche und soziale Chance für die Region. Wenn hier künftig so viel grüner Strom erzeugt wird, dann müssen daraus regionale Wertschöpfung, neue Industrieansiedlungen und gute Arbeit entstehen.

Das ist der entscheidende Punkt. Die Region Lüneburg produziert bereits heute erhebliche Mengen erneuerbarer Energie. Diesen Vorteil kann man einfach ins Netz abgeben – oder man nutzt ihn, um energieintensive Industrien anzuziehen, die anderswo höhere Stromkosten haben. Günstige, grüne Energie ist ein Standortvorteil. Aber nur, wenn man ihn aktiv bespielt.

Gemeinsam – nicht über die Köpfe hinweg

Was an der Regionalen Wirtschaftsstrategie auffällt: Sie ist kein Papier, das irgendwo im Hinterzimmer entstanden ist. Die Initiative aus Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zeigt, dass wirtschaftliche Stärke, soziale Verantwortung und regionale Zusammenarbeit zusammengehören.

Das ist nicht selbstverständlich. Zu oft werden Wirtschaftsentscheidungen getroffen, ohne die zu fragen, die sie am stärksten betreffen: die Beschäftigten, die kleinen Betriebe, die Kommunen. Meyn und Blankenburg wollen das anders machen. Die lokale Wirtschaft soll gemeinsam mit den Akteuren vor Ort weiterentwickelt werden, nicht über ihre Köpfe hinweg.

Was als nächstes kommt

Eine starke regionale Wirtschaft entsteht nur, wenn Investitionen, Infrastruktur, Fachkräfte, Flächen und Innovation zusammengedacht werden. Das ist keine Formel, die man einmal aufschreibt und abhakt. Das ist Daueraufgabe.

Blankenburg und Meyn haben angekündigt, die Strategie aktiv zu begleiten und politisch zu unterstützen – auf Bundes- wie auf Landesebene. Der nächste Schritt ist, aus dem Papier konkrete Projekte zu machen.

Lüneburg hat das Potenzial dafür. Die Frage ist, ob es genutzt wird.