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Wohnen in Lüneburg: Zu teuer, zu knapp – und was die SPD jetzt dagegen tut

23,5 Milliarden Euro – und was das bedeutet

Bollmann hat skizziert, wie die Bundesregierung das Wohnungsproblem angeht. Vier Richtungen: vereinfachen, stärken, schützen, gestalten.

Konkret heißt das: Mit dem sogenannten Bau-Turbo sollen nicht nur Neubauten schneller gehen, sondern auch Umbauten im Bestand – also das, was viele Kommunen dringend brauchen, weil der Platz für Neues fehlt. Bis 2029 fließen 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau. Das ist die höchste Summe, die der Bund je dafür eingeplant hat.

Dazu kommt das Programm „Junges Wohnen“ – eine Milliarde Euro für günstige Wohnungen für Azubis und Studierende. Wer eine Ausbildung in Lüneburg beginnt, soll sich keine Wohnung suchen müssen, die er sich nicht leisten kann. Das klingt selbstverständlich, ist es aber noch nicht.

Blankenburg ergänzte, was ihm dabei wichtig ist: Es reicht nicht, einfach mehr Quadratmeter herzustellen. Gebaut werden muss das, was Menschen tatsächlich brauchen – barrierearme Wohnungen, sozialer Wohnraum, bezahlbare Wohnungen für junge Leute.

„Es ist nicht nur wichtig, dass wir schneller und mehr bauen. Wir müssen zielgruppengerecht bauen – Wohnraum für junge Leute, barrierearmer Wohnraum, sozialer Wohnraum. Wer gebaut wird, entscheidet genauso wie wie viel."

Jakob Blankenburg, MdB

Wenn Konzerne auf Kosten der Mieter spekulieren

In Kaltenmoor und anderen Stadtteilen kennen viele Menschen das Problem aus dem eigenen Alltag: Große Konzerne haben Mietobjekte gekauft, den Unterhalt schleifen lassen – und trotzdem Miete kassiert. Die Menschen, die dort wohnen, haben sich das nicht ausgesucht. Sie leben in ihrem Zuhause, das jemand anderem gehört und das dieser jemand nicht in Ordnung hält.

Das wird die Bundesregierung nicht mehr einfach durchgehen lassen. Mit der Novelle des Baugesetzbuches bekommen Kommunen neue Werkzeuge, um gegen solche Zustände vorzugehen. Im Extremfall bis zur Enteignung. Wer Wohnraum mutwillig verkommen lässt, handelt auf Kosten der Menschen, die dort leben – und auf Kosten aller. Das muss Konsequenzen haben.

Erbbaurecht, Mietrecht, Gebäude-Typ E

Noch etwas, worauf viele in Lüneburg seit Langem warten: Bis Mitte des Jahres soll ein Muster-Erbbauvertrag vorliegen, der neu abzuschließende Erbbauverträge fairer gestaltet.

In der Diskussion kamen weitere Themen auf den Tisch: der neue Gebäude-Typ E, der Bauen günstiger machen soll, die bekannte Masche mit möblierten Wohnungen als Mietpreisbremsen-Umgehung – die mit dem neuen Mietrechtspaket gestopft werden soll – und die Frage, wie Förderbanken bei alldem besser eingebunden werden können.

Was bleibt

Am Ende waren sich Bollmann und Blankenburg einig: Wohnraum muss wieder stärker in die öffentliche Hand. Nicht als ideologisches Projekt, sondern weil es schlicht funktioniert. Städte, die selbst Wohnungen besitzen, können Mieten stabil halten, können planen, können schützen.

Wohnen ist die Frage, ob Menschen in einer Stadt bleiben können oder verdrängt werden. Ob Kinder in der Nähe ihrer Eltern aufwachsen. Ob Pflegekräfte, Erzieherinnen, Busfahrer sich die Stadt leisten können, in der sie arbeiten.